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Kyrgyzstan 2020 Teil 3 - Anreise, Tag 1

Ein komisches Gefühl, diesmal ohne Laptop, Internet und somit vernünftigen Schreibgerät unterwegs zu sein. Der Vorteil ist jedoch, dass das Setup, bestehend aus Telefon und kleiner Tastatur super kompakt ist, und mir ermöglicht, die Blogeinträge bereits stückweise im Flugzeug zu starten. 

 

Entgegen meiner Japanreise war der Vorabend und die Fahrt zum Flughafen deutlich entspannter. Einerseits wusste ich grob, was mich am Flughafen erwarten wird und konnte somit einige Stunden schlafen, andererseits startete mein erster Flug heute um die Mittagszeit, was mir erlaubte, meine Fahrt nach Wien gemütlich um 7:00 morgens zu anzutreten.  

Da ich bereits online eingecheckt habe, musste ich am Flughafen lediglich mein Gepäck anmelden und die übergroße Snowboardtasche beim entsprechenden Schalter abwerfen. Handgepäck (Koffer & Rucksack) wurden anstandslos akzeptiert. Der Flughafen Wien hat ein etwas eigenwilliges Setup, bei welchem nur eine Pass- und Ticketkontrolle bei Betreten des Terminals stattfand und die Gepäckkontrolle inkl. dem üblichen Abtasten erst unmittelbar beim Boarding bzw. Zugang zur Gate Gate-Nummer stattfindet. Ich war früh dran, somit konnte ich vor Abflug gemütlich um einen Mittagssnack kümmern. Eine Stunde vor Abflug startete das Flughafenpersonal mit dem Sicherheitscheck. Erstaunlicherweise piepste ich trotz Snowboardhose und groben Schuhen (Deeluxe Footloose) nicht und auch mein Gepäck schaffte es auf Anhieb.  

 

 

Zum Zeitpunkt diese Eintrages scheint die Welt etwas wegen des Coronavirus Kopf zu stehen. Am Flughafen machte sich das durch einige Mundschutzaffine Chinesen, aber auch einige Westliche bemerkbar.. Ob die Hysterie berechtigt war, wird sich vermutlich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. 

 

 

Viel kann ich nun nach dem Start nicht sagen, das Personal ist, entgegen des Internets, super freundlich und ich darf mich absolut nicht beklagen. Bei der Sitzplatzwahl hoffte ich durch die Grafik die richtige Entscheidung getroffen und keinen direkten Sitz vor mir zu haben. – Checkpott, 20cm mehr Beinfreiheit. Zwar gab es kein Entertainment on-board, dafür an jedem Sitz einen USB-Port. Durchsagen und Sicherheitseinweisungen kommen auf Russisch, English und Deutsch, wobei die deutsche Version teilweise, trotz perfekter Aussprache (vom Band) ein paar nette Phrasen wie „der Betrieb von xyz ist streng versagt“ eingebaut hat. Die Flugzeit von rund 2h30 wollte ich eigentlich mit Schreiben und etwas Musikhören vertreiben, bis mich meine Kopfhörer (die sich für einen spontanen Kabelbruch entschieden – mal wieder, nach 4 Montan, danke BOSE!) mich vom Gegenteil überzeugten. Der Plan für den Zwischenstopp in Moscow hieß somit Kopfhörer kaufen ;-) 

 

Meine „Befürchtungen“, dass es im russischen Raum vegetarisch etwas schwieriger werden könnte, bestätigte sich bei der Verteilung der Snacks. Tee, Apfel und eine russische Mannerschnitte freuten meinen Heißhunger, das Putensandwich, so ansprechend es für Flugzeugverhältnisse auch aussah, fand bei mir keine Verwendung. ;-) 

 

Pünktlich in Moscow gelandet ging es direkt zur Pass-, bzw Sicherheitskontrolle. Kurz zusammengefasst lässt sich eines sagen, russisches Sicherheitspersonal vermittelt Autorität und wenig Wohlbefinden. 

 

Der Flughafen Moskau- Scheremetjewo wirkt etwas dezentral organisiert, viele kleine Gänge schlängeln sich wie ein Labyrinth zu Gates und Terminals, umschlossen von zahlreichen Duty-Free Shops, wovon der überwiegende Teil auf Tabak und Spirituosen spezialisiert scheint. Eine Portion Pommes, zwei Heißgetränken und einer Stunde herumlaufen waren dann auch neue Kopfhörer gefunden. 

 

Der Flug Richtung Bishkek startete wiederum Pünktlich und wurde durch keinen weiteren Sicherheitscheck „spannender“ gestaltet.  

 

Auch dieser Flug war, entgegen allen Befürchtungen, absolut okay. Freundliche Crew und akzeptables Essen (ein vegetarisches Gericht wurde bei der Buchung vorbestellt). Für etwas Unterhaltung sorgte die überwiegende Zeit eine junge Deutsch-russische Familie mit drei Kindern (ca 6 Monate, 4 &.5 Jahre) eine Reihe vor mir. Das Kleinste war entsprechend unruhig und teilte es gerne mit, das Zweite hatte leider Probleme sich für einen Toilettengang zu meden, während das Dritte gelegentlich im Strahl kotzte. Was will man machen, mir taten die durchaus eingespannten Eltern hier um ein Vielfaches mehr leid, als ich, der das von Reihe zwei aus beobachten und riechen durfte… 

 

Gegen 4:40 Ortszeit landete der A321 bei -11 C. – Genug für heute, ich mach hier einen kleinen Cut.